Irish Hunger Memorial

New York, NY

2002

Für die Gestaltung eines Denkmals, das an die Große Irische Hungersnot des 19. Jahrhunderts erinnern soll, wählte die zuständige Behörde von Battery Park City 1100 Architect sowie den Künstler Brian Tolle und die Landschaftsarchitektin Gail Wittwer-Laird aus. Auf einem Sockel aus irischem Kalkstein und beleuchtetem Glas, erschuf das Team eine felsige Landschaftskonstruktion, versehen mit brachliegenden Kartoffelfeldern, verschiedenen, in Irland einheimischen, Pflanzenarten und Mauern, angefertigt aus Steinen der 32 irischen Grafschaften. Besucher betreten das Denkmal von der Westseite und gelangen über eine ansteigende Passage zu einer Hausruine aus der Zeit der Hungersnot. Nach Verlassen des Hauses besteht die Möglichkeit, durch die inszenierten Felder und verwilderten Kartoffeläcker zu wandern. Die Landschaft erstreckt sich eindrucksvoll über das Fundament hinweg, und spielt so auf die mutigen Reisen irischer Emigranten nach Amerika an. In die Glasschichten des Sockels wurde Text eingearbeitet, der die Geschichte der Hungersnot erzählt und die Besucher dazu anregen soll, sich intensiv und aktiv mit dem gegenwärtigen Thema Welthunger auseinanderzusetzen.

©Peter Aaron/OTTO

Irish Hunger Memorial

New York, NY

2002

Während der Großen Irischen Hungersnot (1845-50) starben etwa 12% der irischen Bevölkerung, 15% wanderten aus, viele davon in die USA. Das Irish Hunger Memorial erinnert an diese Ereignisse und leitet den Besucher durch einen Prozess aus Lernen, Emotion, und Reflektion.

©Peter Aaron/OTTO

Der Sockel der Landschaftskonstruktion besteht aus beleuchteten Stein- und Glaselementen, und steigt von der südöstlichen Straßenecke bis zum Westende auf eine Höhe von 7,6 Meter an. Vom höchsten Punkt der ausragenden Landschaftskonstruktion bieten sich Blicke über den Hudson River, die Freiheitsstatue, und Ellis Island, was das Denkmal mit den nahegelegenen New Yorker Wahrzeichen verbindet.

©Peter Aaron/OTTO

Das Denkmal stellt sowohl ländliche und städtische, als auch historische und moderne Elemente einander gegenüber.

©Peter Aaron/OTTO

Eine Hausruine aus der Zeit der Hungersnot wurde von Familie Slick aus der irischen Grafschaft Mayo gestiftet und ist auf zwei Wegen erschließbar. Einer führt ähnlich einem Wanderweg über die Landschaftskonstruktion, ein anderer verbindet diagonal durch den Sockel. Diese nach oben offene Konstruktion gedenkt den verzweifelten Bauern, die während der Hungersnot die Strohdächer von ihren Hütten rissen, um ihr Elend und ihre Armut zu beweisen und Hungerhilfe zu erhalten.

©Peter Aaron/OTTO

Der Sockel beinhaltet Textelemente, welche die Geschichte der Großen Irischen Hungersnot erzählen und parallel zusätzliche Informationen über vergangene sowie gegenwärtige Hungersnöte geben.

©Peter Aaron/OTTO

Anstatt direkt auf das Glas zu schreiben, wurde der Text hinter der Wandverkleidung eingesetzt, um die bequeme und einfache Aktualisierung der Beschriftung zu ermöglichen. Im Laufe der Zeit wird sich nicht nur der Text, sondern auch die Landschaftskonstruktion des Denkmals verändern. Das Denkmal ist somit ein lebendiges, sich stetig entwickelndes Dokument, das Besucher dazu anregt, sich intensiv mit den Herausforderungen des Welthungers zu beschäftigen.

©Peter Aaron/OTTO

Das Denkmal ist ein Ort zum Nachdenken, wo Besucher die Irische Hungersnot und ihre Verbindungen zum heutigen Welthunger erfahren können.

©Peter Aaron/OTTO

Publikationen

Bevan, Robert. “Out of the Ashes: The Legacy of 9/11.” The Art Newspaper, September 2011.

Quartino, Daniela Santos, ed. New York Architecture. Barcelona: Loft Publications, 2010.

Vidiella, Àlex Sánchez. The Sourcebook of Contemporary Architecture. New York: Collins Design, 2007.

Fuchigami, Masayuki. A Guide to Contemporary Architecture in America, Volume 2: Eastern USA. Tokyo: TOTO Shuppan, 2006.

Stern, Robert A.M., David Fishman, and Jacob Tilove. New York 2000. New York: The Monacelli Press, 2006.

Oriol, Anja Llorella, ed. Ultimate New York Design. Madrid: teNeues, 2006.

“The Irish Hunger Memorial, Battery Park City, New York.” Dialogue, November 2004.

Bulthaup, Gerd, ed. Perspectives. Hamburg: Hoffmann und Campe Verlag GmbH, 2004.

Davidson, Cynthia. “Irish Hunger Memorial.” Architectural Record, July 2003.

Kubiak, Meike. “Raue Landschaft.” Deutsche BauZeitschrift, May 2003.

Kay, Jane Holtz. “A Hunger for Memorials.” Landscape Architecture, March 2003.

“1100 Architect, The Irish Hunger Memorial.” Architecture and Urbanism, March 2003.

D’Arcy, David. “The Trail of Tears: Memorials Multiply.” The Art Newspaper, March 2003.

Dillon, David. “Memory of Want.” The Dallas Morning News, February 12, 2003.

Nobel, Philip. “Going Hungry.” Metropolis, November 2002.

Ryan, Zoe. “Human Nature.” Take the R Train / Van Alen Report, August 13, 2002.

Saltonstall, David. “Irish Memorial is Unveiled.” Daily News, July 17, 2002.

Gardner, James. “Irish Famine Memorial Opens.” NY Sun, July 16, 2002.

Smith, Roberta. “A Memorial Remembers the Hungry.” The New York Times, July 16, 2002.

Dunlap, David W. “New Melting Pot of Museums Downtown.” The New York Times, August 5, 2001.

Hearns, Orla. “Mayo Famine Cottage for US Memorial Site.” Western People, June 6, 2001.

Kaizen, William R. “Brian Tolle.” BOMB, Summer 2001.

“A Wee Bit of Irish Countryside for New York.” Architectural Record, May 2001.

Saul, Michael. “Irish Famine Memorial Begun.” The Daily News, March 16, 2001.

Dunlap, David W. “Memorial to the Hunger, Complete With Old Sod.” The New York Times, March 15, 2001.

Passende Neuigkeiten

Ähnliche Projekte

©Peter Aaron/OTTO

Irish Hunger Memorial

New York, NY

2002

©Peter Aaron/OTTO

Für die Gestaltung eines Denkmals, das an die Große Irische Hungersnot des 19. Jahrhunderts erinnern soll, wählte die zuständige Behörde von Battery Park City 1100 Architect sowie den Künstler Brian Tolle und die Landschaftsarchitektin Gail Wittwer-Laird aus. Auf einem Sockel aus irischem Kalkstein und beleuchtetem Glas, erschuf das Team eine felsige Landschaftskonstruktion, versehen mit brachliegenden Kartoffelfeldern, verschiedenen, in Irland einheimischen, Pflanzenarten und Mauern, angefertigt aus Steinen der 32 irischen Grafschaften. Besucher betreten das Denkmal von der Westseite und gelangen über eine ansteigende Passage zu einer Hausruine aus der Zeit der Hungersnot. Nach Verlassen des Hauses besteht die Möglichkeit, durch die inszenierten Felder und verwilderten Kartoffeläcker zu wandern. Die Landschaft erstreckt sich eindrucksvoll über das Fundament hinweg, und spielt so auf die mutigen Reisen irischer Emigranten nach Amerika an. In die Glasschichten des Sockels wurde Text eingearbeitet, der die Geschichte der Hungersnot erzählt und die Besucher dazu anregen soll, sich intensiv und aktiv mit dem gegenwärtigen Thema Welthunger auseinanderzusetzen.

©Peter Aaron/OTTO

Während der Großen Irischen Hungersnot (1845-50) starben etwa 12% der irischen Bevölkerung, 15% wanderten aus, viele davon in die USA. Das Irish Hunger Memorial erinnert an diese Ereignisse und leitet den Besucher durch einen Prozess aus Lernen, Emotion, und Reflektion.

©Peter Aaron/OTTO

Der Sockel der Landschaftskonstruktion besteht aus beleuchteten Stein- und Glaselementen, und steigt von der südöstlichen Straßenecke bis zum Westende auf eine Höhe von 7,6 Meter an. Vom höchsten Punkt der ausragenden Landschaftskonstruktion bieten sich Blicke über den Hudson River, die Freiheitsstatue, und Ellis Island, was das Denkmal mit den nahegelegenen New Yorker Wahrzeichen verbindet.

©Peter Aaron/OTTO

Das Denkmal stellt sowohl ländliche und städtische, als auch historische und moderne Elemente einander gegenüber.

©Peter Aaron/OTTO

Eine Hausruine aus der Zeit der Hungersnot wurde von Familie Slick aus der irischen Grafschaft Mayo gestiftet und ist auf zwei Wegen erschließbar. Einer führt ähnlich einem Wanderweg über die Landschaftskonstruktion, ein anderer verbindet diagonal durch den Sockel. Diese nach oben offene Konstruktion gedenkt den verzweifelten Bauern, die während der Hungersnot die Strohdächer von ihren Hütten rissen, um ihr Elend und ihre Armut zu beweisen und Hungerhilfe zu erhalten.

©Peter Aaron/OTTO

Der Sockel beinhaltet Textelemente, welche die Geschichte der Großen Irischen Hungersnot erzählen und parallel zusätzliche Informationen über vergangene sowie gegenwärtige Hungersnöte geben.

©Peter Aaron/OTTO

Anstatt direkt auf das Glas zu schreiben, wurde der Text hinter der Wandverkleidung eingesetzt, um die bequeme und einfache Aktualisierung der Beschriftung zu ermöglichen. Im Laufe der Zeit wird sich nicht nur der Text, sondern auch die Landschaftskonstruktion des Denkmals verändern. Das Denkmal ist somit ein lebendiges, sich stetig entwickelndes Dokument, das Besucher dazu anregt, sich intensiv mit den Herausforderungen des Welthungers zu beschäftigen.

©Peter Aaron/OTTO

Das Denkmal ist ein Ort zum Nachdenken, wo Besucher die Irische Hungersnot und ihre Verbindungen zum heutigen Welthunger erfahren können.

©Peter Aaron/OTTO

Publikationen

Bevan, Robert. “Out of the Ashes: The Legacy of 9/11.” The Art Newspaper, September 2011.

Quartino, Daniela Santos, ed. New York Architecture. Barcelona: Loft Publications, 2010.

Vidiella, Àlex Sánchez. The Sourcebook of Contemporary Architecture. New York: Collins Design, 2007.

Fuchigami, Masayuki. A Guide to Contemporary Architecture in America, Volume 2: Eastern USA. Tokyo: TOTO Shuppan, 2006.

Stern, Robert A.M., David Fishman, and Jacob Tilove. New York 2000. New York: The Monacelli Press, 2006.

Oriol, Anja Llorella, ed. Ultimate New York Design. Madrid: teNeues, 2006.

“The Irish Hunger Memorial, Battery Park City, New York.” Dialogue, November 2004.

Bulthaup, Gerd, ed. Perspectives. Hamburg: Hoffmann und Campe Verlag GmbH, 2004.

Davidson, Cynthia. “Irish Hunger Memorial.” Architectural Record, July 2003.

Kubiak, Meike. “Raue Landschaft.” Deutsche BauZeitschrift, May 2003.

Kay, Jane Holtz. “A Hunger for Memorials.” Landscape Architecture, March 2003.

“1100 Architect, The Irish Hunger Memorial.” Architecture and Urbanism, March 2003.

D’Arcy, David. “The Trail of Tears: Memorials Multiply.” The Art Newspaper, March 2003.

Dillon, David. “Memory of Want.” The Dallas Morning News, February 12, 2003.

Nobel, Philip. “Going Hungry.” Metropolis, November 2002.

Ryan, Zoe. “Human Nature.” Take the R Train / Van Alen Report, August 13, 2002.

Saltonstall, David. “Irish Memorial is Unveiled.” Daily News, July 17, 2002.

Gardner, James. “Irish Famine Memorial Opens.” NY Sun, July 16, 2002.

Smith, Roberta. “A Memorial Remembers the Hungry.” The New York Times, July 16, 2002.

Dunlap, David W. “New Melting Pot of Museums Downtown.” The New York Times, August 5, 2001.

Hearns, Orla. “Mayo Famine Cottage for US Memorial Site.” Western People, June 6, 2001.

Kaizen, William R. “Brian Tolle.” BOMB, Summer 2001.

“A Wee Bit of Irish Countryside for New York.” Architectural Record, May 2001.

Saul, Michael. “Irish Famine Memorial Begun.” The Daily News, March 16, 2001.

Dunlap, David W. “Memorial to the Hunger, Complete With Old Sod.” The New York Times, March 15, 2001.

Passende Neuigkeiten

Ähnliche Projekte

Teilen
Suche
Unseren Newsletter abonnieren:
* Pflichtfeld

Name*


E-mail-Addresse*


Firma



Subscribe to our Newsletter:
* indicates required

Name*


Email Address*


Company